Achim Schwekendiek, Simon Vollmeyer: "Hülsenfrüchte"
Das Kochbuch
Erbsen, Bohnen Linsen, bringen
den ... zum Grinsen.
Volkstümliche Dichtkunst wie diese trägt sicherlich mit dazu bei, dass die
Hülsenfrüchte, zu denen übrigens auch die Erdnüsse gehören, in manchen Kreisen
einen eher schlechten Ruf genießen. Sie gelten gerade im nordeuropäischen Raum
vielen als Arme-Leute-Essen, und ein Erbseneintopf ist höchstens etwas, das man
sich auf einem Schützenfest oder bei ähnlichen volkstümlichen Gelegenheiten gönnt.
Bohnen - besonders grüne - werden nicht unbedingt so negativ gesehen, wobei man
Sau- oder Schweinebohnen aber auch nicht mehr in jeder Vorratskammer finden
kann. Sofern ein Haushalt überhaupt noch über eine Vorratskammer verfügt. Und den Meisten
sind Linsen nur noch als Bestandteil der nach ihnen benannten Suppe bekannt, die
je nach kindlichem Sozialisationserfolg heimelige oder Horrorgefühle auslöst.
Neben der oben genannten hülsenfruchtigen Dreieinigkeit und der Erdnuss zählen,
wie uns dieses Buch netterweise gleich am Anfang darstellt, auch das
Johannisbrot und das Manna, das es eben doch nicht nur im Himmel gibt, zu den
Hülsenfrüchten, und so finden auch diese beiden Zutaten Eingang in Achim
Schwekendieks
Kochbuch, das die verlorene Ehre der doch schon biblisch erwähnten
Nahrungsmittel zu retten versucht. Denn Hülsenfrüchte sind gut für uns, und man
kann mit ihnen allerlei positive Dinge anstellen - auch überraschende.
Begleitet von schönen Fotos, präsentieren die Autoren und ihre Helferinnen und
Helfer Vorspeisen, Suppen, Eintöpfe, Fisch- sowie Fleischgerichte und
vegetarische Gerichte, bei deren Zubereitung Hülsenfrüchte eine Rolle spielen,
im Mittelpunkt stehen, oder aber auch nur als Beilagen fungieren.
Abschließend gibt es sogar eine Reihe von Desserts, da sich die Eiweißbomben
auch gut für süße Zubereitungen eignen, ja, sie zum Teil auch eine starke
Eigensüße mitbringen. Das Buch schließt mit einigen Grundrezepten für Fonds,
fixe Beilagen und Ähnliches ab.
Die Rezepte sind gut lesbar, aber die Bilder irritierten mich doch ein
wenig. Die dargestellten Portionen erinnern an jene Art von Restaurants, bei
denen man durch die Lücken in den Nahrungsmitteln sehr viel vom ausgelegten
Porzellan bewundern kann, und insgesamt waren mir persönlich die Rezepte
größtenteils zu verspielt. Wo ich sonst in neuen Kochbüchern beim Lesen immer
auf Anhieb mindestens drei oder vier Rezepte finde, die mich auf das nächste
freie Wochenende hoffen lassen, an dem ich mich wieder einmal in der Küche
austoben kann, hat mich hier nichts wirklich gereizt. Irgendwie erschienen mir
die Gerichte alle ein wenig prätentiös, und ein einfaches Rezept für eine gute
Linsen- oder Bohnensuppe mit Speck oder Mettwursteinlage - nicht dass das nicht
sowieso im Repertoire herumschwirrt - hat mir hier doch eindeutig gefehlt.
Der
Versuch, eigentlich eher kein deftiges Hülsenfruchtgericht dabei zu haben,
scheint mir im Nachhinein doch ein wenig am Thema vorbeizugehen. Wobei ich hier
nur aufgrund meiner eigenen Koch- und Essgewohnheiten urteile, denn die
Gerichte, die gezeigt werden, sind durchaus ebenso einfallsreich wie
abwechslungsreich und zum Teil auch überraschend, aber doch eher nicht nach
meinem Geschmack.
(K.-G. Beck-Ewerhardy; 10/2013)
Achim Schwekendiek, Simon Vollmeyer: "Hülsenfrüchte.
Das Kochbuch"
Edition Styria, 2013. 157 Seiten.
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Ein weiteres Kochbuch des Autors:
"Linsen. Das Kochbuch"
Fotografin/Illustratorin: Barbara Lutterbeck.
Seit die Sterneküche die Linse entdeckt hat,
gehört das Schattendasein getrockneter Linsen der Vergangenheit an. Sie werden
kreativ und fantasievoll eingesetzt, werden kombiniert mit Fisch und Fleisch,
sind Bestandteil köstlicher Salate und raffinierter Suppen und krönen sogar
jedes Dessert-Buffet.
Achim Schwekendiek ist ein großer Freund der "erdig" schmeckenden Linse und
präsentiert in diesem Buch seine schönsten Rezepte.
Linsen sind gesund, sie sind wahre Nährstoffbomben. Sie enthalten wertvolle
Proteine sowie Mineral- und Ballaststoffe.
Bemerkenswert ist ihr überdurchschnittlich hoher Gehalt an Zink, welches im
Stoffwechsel eine zentrale Rolle spielt. Sie sind leichter verdaulich als
Erbsen oder Bohnen. Da sie kleiner sind als andere Hülsenfrüchte, brauchen sie
auch weniger Einweich- und Kochzeit.
Die Liste des Angebots an Linsen ist groß. Es gibt braune Linsen, die sogenannten
Tellerlinsen, grüne und gelbe Linsen, rote Linsen, Mung-Linsen, Berglinsen,
die schwarzen Beluga-Linsen (sie bleiben beim Kochen bissfest), die grünen
Puy-Linsen sowie Pardina-Linsen.
Jede Sorte lässt sich zum kulinarischen Vergnügen je nach Bedarf einsetzen. (Edition Styria)
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