Jutta Profijt: "Kühlfach zu vermieten"
Es ist heiß im Rheinland; so
heiß, dass immer mehr Menschen extrem unter der Hitze leiden, und neben
der Zahl der Hitzetoten steigt auch jene der Selbstmörder
stark an. Folglich sind Dr. Martin Gänsewein und seine Mitarbeiter im
Rechtsmedizinischen Institut von Köln nicht gerade glücklich, als es
ihren gemütlichen Vorgesetzten zu Boden wirft und ein neuer Mann an die
Spitze tritt.
Philip G. Forch hat zwar keine Ahnung von Rechtsmedizin oder Medizin
überhaupt, aber er ist ein wirtschaftswissenschaftlich geschulter
Verwaltungsspezialist, der es sich direkt auf die Fahne schreibt, im
Institut möglichst viel Geld einzusparen - und dabei auch mit seiner
eigenen Arbeitskraft nach Möglichkeit sparsam umzugehen, während er
seine Mitarbeiter an allen Ecken und Enden quält.
Als er schließlich auf die Idee kommt, zum Schutz der Leichenkammern
einen Nachtwächter einzustellen und die ungenutzten Kühlfächer an
Bestattungsunternehmen zu vermieten, während er von der Polizei für
nicht identifizierte und darob auch nicht abgeholte Leichen Miete
kassieren möchte, beginnt es wirklich drunter und drüber zu gehen.
Leichen werden vertauscht, gestohlen und geschändet, ein nächtlicher
Überfall bringt einen der Ärzte
in die Intensivstation, und die Polizei, die auch nur mit Notbesetzung
läuft, ist ebenfalls heillos überfordert.
Also muss sich der Geist namens Pascha um die Sache kümmern, aber auch
der hat so seine Probleme. Martin versucht immer noch, ihn loszuwerden
und zwar diesmal mittels eines Umzugs mit Birgit, und der neue
Nachtwächter hat eine viel zu reizende Enkelin, in die sich Pascha Hals
über Kopf verliebt - und als er dann versucht, Martin zu seinem Cyrano
zu machen, bekommt dieser ganz schnell Schwierigkeiten mit Birgit und
auch mit seinem neuen Chef.
Sprachlich und erzählerisch ist "Kühlfach zu vermieten" deutlich besser
als der
zweite Teil der Reihe und insgesamt eine sehr gute Unterhaltung
für Abende auf der Couch.
(K.-G. Beck-Ewerhardy; 11/2011)
Jutta Profijt: "Kühlfach zu vermieten"
dtv, 2010. 303 Seiten.
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